Um unsere Solidarität mit unseren Mitaktivisti im Dannenröder Forst zu bekunden und eine klare Position zu beziehen gegen das unnötig hohe Maß an Polizeigewalt, welches wir dort in den letzten Tage sehen mussten, haben wir am Samstag, den 21.11.2020, eine Mahnwache mit einem Tripod (wie er auch bei Waldbesetzungen zum Einsatz kommt) abgehalten. Unsere Absicht war es dabei auch, die Unterrepräsentation der Situation in den Medien zu durchbrechen und Menschen für die aktuellen Vorgänge im Danni zu sensibilisieren.
Denn nur Stunden vor Aufbaubeginn auf dem Haidplatz kam es nun schon zum vierten Mal zum Absturz einer Person aus etwa fünf Metern Höhe, nachdem ein Sicherungsseil von Einsatzkräften durchtrennt worden ist. Diese Gleichgültigkeit für die Unversehrtheit unserer Mitaktivist*innen, mit der die Räumung des Waldes fortgeführt wird in der Hoffnung, die Rodungsarbeiten noch rechtzeitig beenden zu können, ist unverantwortlich und höchst verstörend. Dass dies teilweise unter dem Deckmantel der Sicherheit geschieht, offenkundig heuchlerisch und umso bezeichnender.
Wie soll man, im Angesicht des gewaltsamen Festhaltens an einem zerstörerischen Bauprojekt entgegen Bedenken der Bevölkerung, Studien zu dessen Sinnlosigkeit und nicht zuletzt der drängenden Not zum Systemwandel, weiterhin Vertrauen in die Gesetzgeber zur gerechten Bewältigung der Klimakrise und all den von ihr ausgehenden sozialen Folgen haben? Gegenüber Politiker*innen einer bestimmten Fraktion der hessischen Landesregierung käme eine solche Erwartungshaltung zwar bestenfalls realitätsferner Naivität gleich, von einer Partei, die sich Klima- und Umweltschutz als alleiniges Existenzrecht zuschreibt, fordern wir jedoch mehr als tatenloses Zusehen!